|
|
16. Die Römerstraße durch den Olbrückwald
Eines der Merkmale römischer Straßen – so wird
durchaus berechtigt gesagt – sei die geradlinige Streckenführung der Trassen.
Und in der Tat verlaufen römische Straßentrassen oftmals schnurgerade durch
die Landschaft, um einen Ort mit einem anderen zu verbinden, denn die gerade
Linie ist nun einmal die kürzeste und damit oftmals auch die wirtschaftlichste
Lösung bei der Planung eines Verkehrswegenetzes. Allerdings ist eine derartige
Straßentrassierung nur dort vorzufinden, wo die Topographie es zuläßt. Im
Rheinland beispielsweise verläuft die von Köln aus westwärts führende Römerstrasse
in langen geraden Streckenabschnitten durch die Jülicher Börde, eine
Landschaft, in der über weite Strecken sogar Sichtverbindungen möglich sind.
Auch die von Köln nach Trier führenden Straßen weisen
in den Anfangsstrecken gerade Linienführungen auf: Drei Straßenäste streben
aus der Rheinebene zwischen Köln und Bonn der Eifel zu, um sich zwischen
Schmidtheim und Marmagen (dem antiken marcomagus)
zu vereinigen. Ab dort wird die schwierige Streckenführung durch die Eifel dann
auf einer einzigen vereinigten Trasse gemeistert, die ziemlich genau in nordsüdlicher
Richtung der Mosel zustrebt. Mit Erreichen der ersten Eifelberge war dann eine
geradlinige Streckenführung nicht mehr einzuhalten: Berge mußten umrundet
werden, und teilweise tief eingeschnittene Täler waren zu durchqueren. Dabei
durften die Steigungen und Neigungen der jeweiligen Straßenabschnitte nicht zu
steil ausfallen, damit sie mit Gespannen zu bewältigen waren. Die Eifelstrecken der römischen Straßenverbindung von Köln
nach Trier sind seit einigen Jahren Gegenstand der Forschung des
Landschaftsverbandes Rheinland / Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege. Neue
Begehungen der Trasse, die Auswertung von Luftbildern und historischen Karten,
aber auch Sondagen und gezielte Ausgrabungen haben tiefgreifende Einblicke auch
in die Konzeption der römischen Straßenplaner möglich werden lassen. Bei
genauerer Betrachtung einiger Straßenabschnitte wurde klar, daß die
vorgefundenen Trassen das Ergebnis ingenieurmäßiger Planung und Trassierung
sein müssen. Wenngleich die römischen Fernstraßen durch die Eifel in ihrem
Ausbau eher landwirtschaftlichen Wegen unserer Zeit ähnelten, so wird in ihnen
doch einiges vom antiken Ingenieurgeist sichtbar. Eine der von Köln aus in die Eifel führenden Trassen
verläuft bei diesem Standort durch den Olbrückwald. Die Römerstraße hat sich
unter Wald als ausgeprägter Damm hervorragend gut erhalten. Sie führt nordostwärts
Richtung Blankenheimerdorf und ist im Wald auch für den Laien erkennbar. Im südwestlich
anschließenden Acker ist die Trasse als deutliche Kieselsteinspur zu sehen -
allerdings nur im frisch gepflügten Feld. Sie verläuft in einem leichten Bogen
durch die Feldflur und geht beim Parkplatz auf der alten K 70 in der B 51 auf.
Diese ist also der Straßennachfolger der Römerstraße. (K.G.) |