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12. Österreichische Schanzen (I)
Die französische Revolution von
1789 sollte Auswirkungen für ganz Europa haben. Zunächst einmal hatten sich
die Nachbarn Frankreichs - Preußen und Österreich - neutral verhalten, aber es
sollte bald zu Spannungen kommen. Für den Fall eines französischen Angriff kam
es zu einem engen Bündnis zwischen Preußen und Österreich. Davon fühlte sich
nun wiederum Frankreich bedroht und es erklärte Österreich am 20.4.1792 den
Krieg. Damit beginnt der Erste Koalitionskrieg (1792-1797), bei dem die
monarchischen Staaten und das Frankreich der Revolution sich einander gegenüberstehen.
Dabei war Österreich anfangs nicht in seinem Kernland betroffen: Die Österreicher
hatten nach dem Ende des spanischen Erbfolgekrieges (1714) die spanischen
Niederlande übertragen bekommen. Die nunmehr Österreichischen Niederlande
umfassten nicht nur Luxemburg und Teile Belgiens, sondern sie reichten bis weit
in die Eifel hinein.
Zu Beginn dieses Krieges kommt es zwar zu Erfolgen von Preußen und Österreichern,
aber schon beim ersten größeren Aufeinandertreffen der Truppen am 20.
September 1792, der sog. Kanonade von Valmy, kann Frankreich nicht bezwungen
werden, und die Verbündeten müssen sich zurückziehen. Nun sind die Franzosen
am Zuge und rücken auf das Reichsgebiet vor.
Die Monarchien Europas schließen sich zwar in einem militärischen Bündnis
zusammen, sie können aber keine entscheidenden Siege gegen die französischen
Revolutionstruppen erringen. 1793 starten die Österreicher zwar noch einmal
eine Offensive, in deren Verlauf sie Aachen und Teile Belgiens zurückerobern können,
während Preußen Mainz und Teile der Pfalz zurückgewinnen kann. Diese Erfolge
können auch Anfang 1794 noch fortgesetzt werden. Durch einen Aufstand Polens
gegen die russische Herrschaft sieht sich Preußen jedoch auch an seiner
Ostgrenze zu einem militärischen Eingreifen veranlaßt. Das wiederum schwächt
die Kräfte der Koalition im Westen; die Franzosen rücken auf den Rhein vor.
Im Rahmen dieser kriegerischen Handlungen ist auch der Raum um Blankenheim
betroffen. Reste der Kriegshandlungen sind heute noch im Gelände zu sehen. Die
Fernstraße zwischen Blankenheimerdorf und Schmidtheim – ehemals Römerstraße
und heute B 51 – wurde von den österreichischen Truppen als
Verteidigungslinie genutzt. In der sog. „Tranchot-Karte“, der 1808/09 von
den Franzosen gefertigten topographischen Karte des Rheinlandes, sind rechts und
links der Straße in gestaffelter Anordnung acht österreichische Geschützstellungen
eingezeichnet und teilweise als „Batterie des Autrichiens en l´année 1794“
beschrieben. Zwei dieser „Österreichischen Schanzen“ sind im Verlauf des
Tiergartentunnel-Wanderweges erschlossen worden. Sie sind als bogenförmig
angelegte Wälle mit vorgelagertem Gräben erkennbar.
Aus dem Bericht eines Zeitgenossen geht hervor, dass Einwohner von Blankenheim,
Schmidtheim, Kronenburg und Baasem von den Österreichern zu Schanzarbeiten auf
der Höhe zwischen Schmidtheim und Blankenheim gezwungen worden seien. Die
Stellungen seien aber nie beschossen worden, da sie von den Österreichern, aus
Furcht, von den Franzosen umgangen zu werden, vor möglichen Kampfhandlungen geräumt
worden seien.
Das vor uns liegende Erdwerk besteht aus einem halbkreisförmigen Wall von
65 m Länge mit vorgelagertem Graben. Im Inneren sind drei Eintiefungen für die
Geschütze mit Abmessungen von etwa 6 m x 3 m erkennbar. Es handelt sich hier um
die am besten erhaltene Geschützstellung einer nach Südwesten ausgerichteten
Batterie von ehemals mindestens acht Stellungen in drei Reihen gestaffelt. Diese
Anlage war die östlichste in der dritten, hintersten Linie. (K.G.)
Pressebericht
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