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Die Burg

Blankenheim mit Burg im 18.Jahrhundert

Viele Jahrhunderte haben auf dieser Burg Landesherren, ihre Beamten, Bediensteten und Beschützer gelebt, ein kleiner Hofstaat also. Blankenheim war die Residenz der Grafen von Blankenheim und später der Grafen von Manderscheid. Die Burg ist Anfang des 12.Jahrhunderts über der Ahrquelle errichtet worden, weil die Vorgängeranlage "Alte Burg" bei Blankenheimerdorf zu klein geworden war.

Grundriß der Blankenheimer Burganlage mit Zisterne und Wasserbehälter im Burghof


Leider können wir uns vom Aussehen der ersten Blankenheimer Burg keine genaue Vorstellung mehr machen, da im Laufe der Jahrhunderte die meisten Teile verändert oder durch Neubauten ersetzt worden sind. Diese Umbauten fanden vor allem im 15.Jahrhundert statt, als die Blankenheimer Herrschaft durch mehrfaches Vererben im Jahre 1468 an die Grafen von Manderscheid fiel.
Die Manderscheider ließen die Burg in den beiden folgenden Jahrhunderten immer wieder verändern, so dass aus der mittelalterlichen Ritterburg nach und nach ein barockes Schloss wurde; die Burg als Wehranlage hatte immer mehr an Bedeutung verloren. Statt dessen wollte man durch repräsentative Bau- und Gartenanlagen Gäste beeindrucken. So entstand aus Anfängen des 17.Jahrhunderts um 1730 hier im Vorgelände des ehemaligen Burggrabens ein prächtiger barocker Garten mit einem Orangeriegebäude, in dem exotische Pflanzen wie Citrusbäume und Palmen überwintern. 
Der heute wie damals bewaldete Bergrücken nördlich der Burg - der Tiergarten - diente unter anderem dazu, gefangenes Wildbret in der Nähe der gräflichen Küche lebendig aufzubewahren, damit es die Herrschaft bei Bedarf frisch auf den Tisch bekam.
Als im September 1794 die französischen Revolutionstruppen in Blankenheim einmarschierten, floh die gräfliche Familie nach Böhmen. Um den allmählichen Verfall der Mauern aufzuhalten, wurden mit Hilfe des Landes Preußen ab 1894 Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. 1926 wurde die Burg von der Deutschen Turnerschaft übernommen, 1936 ging sie in das Eigentum des deutschen Jugendherbergswerks über. In mehreren Bauphasen wurde aus den Ruinen des Grafenschlosses eine Jugendherberge.


Die Wasserversorgung der mittelalterlichen Burg


Nachdem in den Jahren 1468/1469 die Blankenheimer Herrschaft durch Erbschaft an Graf Dietrich III. von Manderscheid-Blankenheim gegangen war, baute dieser eine Fernwasserversorgung zur Burg, um die bestehende Versorgung aus einer Zisterne quantitativ und qualitativ zu steigern. Er ließ zu diesem Zwecke eine rund einen Kilometer entfernt liegende Quelle im Tal "In der Rhenn" fassen und deren Wasser in einer Holzrohrleitung zu einem neuen Wasserbehälter im Burghof leiten.
Die Leitung hatte in ihrem Verlauf ein 12 m tiefes Tal und daran anschließend einen 15 m hohen Bergsporn - den Tiergarten - zu durchqueren. Die Leitungstrasse war also in unterschiedlichen Techniken abschnittsweise als Gefälleleitung, als Druckrohrleitung und als Aquädukttunnel ausgebaut worden. Mit diesem technischen Aufwand nimmt die Wasserversorgung der Blankenheimer Burg im ausgehenden Mittelalter eine herausragende Stellung ein.

Blick in den Tiergarten-Tunnel


Im Anschluss an die Tunnelstrecke mündete die Wasserleitung in einen geräumigen Wasserbehälter mit rund 80 m3 Fassungsvermögen. Im Burggelände ist heute noch eine ältere Zisterne aus der Zeit vor dem Bau der Fernwasserleitung vorhanden, deren Vorratsvolumen durch den Bau eines Wasserbehälters im Burghof wesentlich erweitert wurde. 
In Blankenheim sind sämtliche Elemente der Wasserversorgung der spätmittelalterlichen Burg entweder erhalten oder im Gelände erkennbar: Die Quellfassung "In der Rhenn", die Druckleitungsstrecke durch das Tal beim ehemaligen Bahnhof, der ausgebaute Zulaufgraben vor dem Tunnel, der Tiergarten-Tunnel selbst und das Wasserhäuschen auf der Südseite des Tiergartens. Im Eifelmuseum Blankenheim ist eines der Rohre der Wasserleitung zu sehen. Durch die Restaurierungsarbeiten der Jahre 1999-2000 ist in Blankenheim ein Ensemble der Technikgeschichte entstanden, das einen einzigartigen Einblick in die Infrastruktur einer spätmittelalterlichen Burg gibt. Ein archäologischer Pfad erschließt diese technische Anlage.

Jugendherberge Blankenheim

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